Ein Mordsplan – Teil 5

Was einen so vom Schreiben abhält

Marketing, Lese-Events, Lektoratsdurchgänge.
Nur zum Schreiben kommt der Schriftsteller selten.

22. September 2019

Wie ein Krimi entsteht – von der Idee zum Buch, Teil 9

Okay, es entwickelt sich zu einer Art Running Gag, wenn ich jede Woche wieder verkünde, dass ich in den kommenden Tagen ‚Ende‘ unter das Manskript schreibe. Doch, ganz bestimmt.
Und wieder habe ich es nicht geschafft. Immerhin, die Angstgrenze von 50.000 Wörtern ist geknackt. Weniger sollte ein Roman meiner Ansicht nach nicht haben. Und viel ist wirklich nicht mehr zu schreiben. Der Showdown ist so gut wie getan, meine beiden Helden sind (fast) wieder in Sicherheit. Ich hoffe, sie nehmen es mir nicht übel, dass der eine nun schon seit Tagen in strömendem Regen im Wald herumliegt, während der andere in einen stinkenden Stall gesperrt ist. Doch bei mir sind tausend andere Dinge dazwischen gekommen.

Zu Anfang dieser kleinen Artikelreihe hatte ich versprochen, unverfälscht und authentisch zu berichten. Solche Tage (und Wochen) gehören auch dazu. Zeitnot. Andere Dinge, die nicht warten können oder sollen. Mein Brotjob forderte mehr Aufmerksamkeit als geplant. Für meinen Fantasyroman ‚Luar‚ läuft gerade eine Leserunde. Mein Krimi ‚Lavagrab‘ kam aus dem Korrektorat zurück und musste entsprechend letztmalig kontrolliert und für die Veröffentlichung vorbereitet werden. Da das etwas ungeplant geschah und ich ohnehin eine Marketing-Graupe bin, ging das leider ziemlich unter. Also an alle, die diesen Artikel lesen:

Mein spannender, mitreißender Lanzarote-Krimi ‚Lavagrab‘ ist erschienen. Nervenkitzel, ein Urlaubsflirt mit dem falschen Mann und das alles unter der kanarischen Sonne. Kaufen! Kaufen! Kaufen!

Schon gut, ich sagte bereits, dass Marketing nicht mein Ding ist 😉
Kauft den Roman trotzdem. Der ist gut.

Der Grund, warum ich den Krimi so ein bisschen Hals über Kopf auf den Markt gebracht habe, ist ein Lesefestival, das bevorsteht. Ende September wird es in Wuppertal die Veranstaltung „Der Berg liest“ geben. Über eine Autorenkollegin wurde ich gefragt, ob ich daran teilnehmen möchte.
Die Idee, dass Lesungen über einen ganze Stadteteil und einen kompletten Tag verteilt stattfinden, hat mich sofort begeistert. Natürlich habe ich zugesagt und da bot es sich an, mit einem neuen Roman dorthin zu gehen. Die Vorbereitung der Lesung kam also auch noch auf die Liste der Zeitfresser, inklusive kleinerer Dinge, wie die Gestaltung und Bestellung von Lesezeichen, weil man ja nicht mit leeren Händen erscheinen will.

Alles in allem war ich somit keineswegs faul, aber am Winzerkrimi habe ich nur in allerkleinsten Schritten gearbeitet.

Jetzt gerade ist meine Fortsetzung der Plansprings-Reihe aus dem Lektorat zurückgekommen. Da der Roman vermutlich noch im Oktober erscheinen soll, muss ich meine armen Winzerkrimi-Protagonisten noch einige weitere Tage in ihrer misslichen Lage belassen und erst einmal schauen, dass Brenda und Matt in den Rocky Mountains ihr Glück finden. Der Roman wird übrigens beim obo E-Books Verlag erscheinen (Ha! Da sage noch einmal jemand, ich hätte das nicht raus mit dem Marketing 😀 )

Man darf also gespannt sein, wann ich denn nun wirklich die berühmten vier Buchstaben (i. e. ‚Ende‘) tippen werde.

Anmerkung dazu im Jahre 2025:

Die Rechte an "Luar" habe ich inzwischen zurück und "Der Berg liest" war Ideengeber für unser eigenes Lese-Event in Schwerte. Mein neuer Zeitfresser heißt deshalb nun "Lesen am Fluss" und wird von einem Bekannten und mir organisiert.

Ende

Es ist vollbracht! Vorerst. Denn nun geht die Arbeit erst so richtig los. Und es wird irgendwann zäääääh.

15. Oktober 2019

Wie ein Krimi entsteht – von der Idee zum Buch, Teil 10

Jedem Ende wohnt auch ein Anfang inne …

… denn kaum stehen die von jedem Autor herbeigesehnten vier Buchstaben ENDE unter dem Manuskript, geht es zurück auf ‚Los‘ und der Spaß beginnt von vorne – dann allerdings im mühsamen Überarbeitungsmodus. Doch der erste Schritt ist geschafft.

In den vergangenen Wochen hat sich das Schreiben zäher gestaltet als geplant. Es kamen gleich zwei Veröffentlichungen dazwischen. Nicht nur mein Krimi „Lavagrab“ wurde auf die Leserschaft losgelassen, auch der zweite Teil der Planspringsreihe, namentlich ‚Broken hearted: Herz nicht zu verkaufen‚ ist inzwischen auf dem Markt. Und jedes Mal sind tausend Kleinigkeiten zu tun. Hier mal schnell ein Facebook-Posting, dort mal schnell ein Instagramfoto. Oder auch die Frage der Verlegerin „Kannst du mal eben einen Gastbeitrag für xtme schreiben. Wenn du das heute noch schaffst, können wir morgen in den Newsletter.“ Klar, mache ich.

Obendrein wurde die Geschichte länger und länger. Das sah auf meinem Whiteboard gar nicht mehr nach so viel aus. Im Gegenteil: Kurz bevor ich das letzte Drittel erreichte, hatte ich Sorge, die 50.000 Wörter zu schaffen, die für mich die absolute Untergrenze eines Romans darstellen.

Am Ende waren es 62.725 Wörter. Tendenz steigend, denn für mich, bzw. meine Art des Schreibens, gehört der erste Überarbeitungsdurchgang noch direkt zum Schreibprozess. Da wird einiges gestrichen, aber ungleich mehr hinzugefügt.

Die Arten des Überarbeitens – wie viele Schritte und welche man sich und dem Manuskript gönnt (oder antut … je nach Sichtweise) – sind so mannigfaltig wie die Wege des Schreibens. Dazu werde ich in den kommenden Wochen sicher noch den einen oder anderen Satz verlieren …

Neugierig auf den fertigen Krimi?

Reben und Sterben

Ein Weinkrimi aus Rheinhessen

Aufregung im beschaulichen Rheinhessen: Nicht nur, dass im sonst so friedlichen Örtchen Rebenheim die Verkostung für das alljährliche Weinwinterfest mit einem handfesten Tumult endet – obendrein wird einer der Weinbauern am nächsten Morgen tot aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen Unfall hin, doch schon bald gerät Winzer Pierre Fabron in Verdacht. Verzweifelt bittet er seinen Freund, den pensionierten Polizisten Hannes, um Hilfe. Als die beiden sich in den Seilschaften des Dorfes zu verfangen drohen, riskieren sie ihr Leben.

Winzer Pierre und Polizeipensionär Hannes ermitteln, GMEINER, 10. September 2025, 288 Seiten, Paperback 14,– €, ISBN 978-3-8392-0899-1

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